Eindeutige Orientierung für Vertrauen im Digitalen Raum: Digital Responsibility Goals

Am 23. Juni präsentierte Identity Valley einen Orientierungsrahmen zur Gestaltung einer verantwortungsvollen Digitalen Transformation.

Foto: Identity Valley (frei)
Am 23. Juni wurden die Digital Responsibility Goals von Identity Valley bei einer Onlineveranstaltung im Europäischen Parlament präsentiert. Experten aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Akademie und Politik legten die Notwendigkeit klarer Ziele in der Digitalen Welt vor einem internationalen Publikum dar.

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Zum ersten Mal wurden die sieben Digital Responsibility Goals der gemeinnützigen Organisation Identity Valley am 23. Juni vorgestellt. „Es sind wertebasierte, anwendbare und messbare Ziele für Unternehmen und Institutionen für einen vertrauens- und verantwortungsvollen Umgang in der Digitalen Welt“, erklärt Jutta Juliane Meier, Geschäftsführerin von Identity Valley. „Sie ergänzen die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.“ Bei der Onlineveranstaltung im Europäischen Parlament sprachen sich Experten aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Akademia und Politik vor einem internationalen Publikum für die Notwendigkeit klarer Ziele in der Digitalen Welt aus.

München, 24. Juni 2021 – Die gemeinnützige Organisation Identity Valley hat sieben Digital Responsibility Goals (DRG) entwickelt. „Es gibt bereits die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen als wichtige ‚Leitplanken‘ für ökonomisches, politisches und zivilgesellschaftliches Handeln. Doch sie stammen aus den frühen 2000er-Jahren und erfüllen nicht die Ansprüche einer digitalisierten Welt. Diese Lücke muss gefüllt werden. Wir schlagen die sieben DRGs als Ergänzung der SDGs vor“, sagt Jutta Juliane Meier, unabhängige Digitalexpertin und Geschäftsführerin des Identity Valley. Gemeinsam mit Identity Valley-Fellow Kai Hermsen präsentierte sie die DRGs am 23. Juni mit internationalen Experten bei einer Onlineveranstaltung im Europäischen Parlament. „Um Vertrauen in der Digitalen Welt zu schaffen, braucht es messbare Kriterien, anhand derer das Vorgehen von Unternehmen und Institutionen für den Menschen nachvollziehbar wird. Diese Kriterien schaffen wir mit dem Digital Responsibility Index“, sagt Meier.

Sieben Ziele für mehr Digitale Verantwortung
Digitale Kompetenz, Cybersicherheit, Privatsphäre, Daten Fairness, vertrauenswürdige Algorithmen, Transparenz, menschliche Verantwortung und Identität – das sind die sieben Digital Responsibility Goals. „In Zukunft werden wir mehr denn je mit Digitalen Produkten und Services leben. Aber nur wenn die Nutzer in die technischen und sozialen Digitalen Lösungen vertrauen, ist Digitale Transformation möglich. Die DRGs schaffen den Rahmen, um dieses Vertrauen zu fördern“, betont Meier.

Notwendigkeit eines klaren Regelwerks und klarer Ziele
Bei der Onlineveranstaltung sprachen sich internationale Experten aus Wirtschaft und Politik für die Notwendigkeit eines klaren Regelwerks und klarer Ziele, orientiert an Verantwortung, für die Digitale Transformation aus, darunter Dr. Mariagrazia Squicciarini, CEO Social and Human Science der UNESCO, Curt Michael Stoll, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender FESTO Group und Prof. Dietmar Harhoff PhD., Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb. „Vertrauen werden Menschen in Maschinen und Algorithmen nur haben, wenn sie sich darauf verlassen können, dass ihre Identität und die, anderer Menschen geschützt werden. Identity Valley wirkt mit den DRGs auf verantwortliches Handeln hin und fördert daher den Aufbau dieses Vertrauens als Grundlage für die Digitale Transformation“, erläutert Harhoff. „Das Thema Vertrauen und Verantwortung im Digitalen Raum müssen wir gesamtheitlich und disziplinenübergreifend betrachten – dabei helfen die DRGs“, ist Andrea Martin, Leiterin des IBM Watson Center Munich und der IBM Client Centers in EMEA sowie Mitglied des bayerischen KI-Rats, überzeugt. „Die Zusammenarbeit mit unseren Kunden im Bereich Industrieautomation kann nur erfolgreich bleiben, wenn wir sicherstellen, dass der Informationsaustausch auf Vertrauen basiert. Deshalb sind die DRGs des Identity Valley so wichtig“, sagt Curt Michael Stoll, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Festo SE & Co. KG.

Wertvoller Maßstab
Die Veranstaltung fand unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Angelika Niebler und Brando Benifei, beide Mitglieder des Europäischen Parlaments, statt. Sie wollen die DRGs in ihrer Arbeit zum EU Data Governance Act und in allen weiteren Initiativen auf europäischem Level berücksichtigen. „Mit der Vorstellung der Digital Responsibility Goals im Europäischen Parlament haben wir einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Dank unserer gemeinsamen Arbeit wird Digitale Transformation auf grundlegenden Werten basierend, geeignet für eine inklusive demokratische Gesellschaft sein und Technologien erschaffen, welche dem Menschen dienen“, fasst Omri Preiss, Gründer & Geschäftsführer Alliance 4 Europe, zusammen. Dr. Angelika Niebler, Mitglied des Europa Parlaments, ergänzt: „Europa kann und sollte für das Leben, Arbeiten und Kommunizieren im Digitalen Raum Regeln schaffen, auf die sich unsere Bürger verlassen können. Die DRGs sind dafür ein wertvoller Maßstab.“
„Gesellschaftliche, soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen ist seit jeher Teil unserer DNA. Nun ist es an der Zeit, Digitale Verantwortung vermehrt auf die Agenda zu setzen. Wir haben es uns zum Ziel gemacht, Digital Responsibility erlebbar zu machen und aktiv zu gestalten. Durch Identity Valley haben wir die Chance, dieses Vorhaben auf europäischer Ebene – gemeinsam mit vielen starken Akteuren – voranzutreiben“, betont Dr. Michael Müller-Wünsch, CIO bei OTTO.

Corporate Data
Die gemeinnützige Organisation Identity Valley wurde 2020 gegründet. Sie vereint Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und Bürger in Europa. Identity Valley fordert und fördert ein wertebasiertes, würdiges und verantwortungsvolles Miteinander aller Akteure im Zeitalter der Digitalisierung. Der Schutz der Identität steht dabei im Mittelpunkt. Geschäftsführerin ist die unabhängige Digitalexpertin Jutta Juliane Meier. Ihr steht ein Soundingboard aus Vordenkern aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Seite. Im Identity Valley Ökosystem sind wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter Festo, die BMW Foundation Herbert Quandt, die Alliance 4 Europe und Institutionen wie das Medical Valley, das Westphalia Data Lab und das Machine Learning and Data Analytics Lab der FAU Erlangen. Identity Valley bietet Netzwerke, Lobbyarbeit und Kommunikation und handelt nach dem Wertekanon Ehrlichkeit, Freiheit, Gerechtigkeit, Individualität, Innovation, Offenheit und Vertrauen. Sitz der Initiative ist München.

Whitepaper zu den Digital Responsibility Goals

Mehr Infos: www.identityvalley.org/