Malerei, Bildhauerei und Keramik – diesen Sommer stehen im Ausseerland Salzkammergut in der Steiermark zwei außergewöhnliche Künstlerinnen mit ihren Werken im Fokus: Der Kaiserliche Stall in Grundlsee widmet sich der international tätigen Malerin Edith Kramer. Anlässlich ihres 110. Geburtstags sind von 31. Juli bis 30. August 2026 ausgewählte Werke zu sehen. Das Kammerhofmuseum in Bad Aussee präsentiert sich von 9. August bis 30. Oktober 2026 in einer Sonderausstellung der regional bekannten Bildhauerin und Keramikerin Gertrude Mik. Beide Ausstellungen werden von Astrid Schoiswohl, Kustodin für Bildende Kunst des Kammerhofmuseums Bad Aussee, kuratiert.
Bad Aussee, 21. Juli 2026 – „Wenn die Gesellschaft von uns verlangt, unsere kreativen Ideen zu unterdrücken, seid unangepasst.“ Dieses Zitat stammt von der Künstlerin Edith Kramer, die heuer ihren 110. Geburtstag feiern würde. Der Kaiserliche Stall in Grundlsee widmet der Malerin aus diesem Anlass von 31. Juli bis 30. August eine Ausstellung. Edith Kramer hat eine tiefe Beziehung zur Region. 1916 in Wien geboren, verbringt sie die Sommer ihrer Kindheit in Grundlsee. Ab 1934 studiert sie in Prag Kunst, unter anderem bei Bauhaus-Künstlerin Friedl Dicker-Brandeis. 1938 emigriert sie nach Amerika, wo sie ihre Leidenschaft für Porträts und Kunst von Kindern vertieft. Ab 1950 arbeitet sie kunsttherapeutisch mit Kindern und Jugendlichen in New York, unterrichtet Kunsttherapie an der New York University und schreibt wissenschaftliche Arbeiten und Bücher zum Thema. Vielfach ausgezeichnet wirkt Kramer zwischen Amerika und der Steiermark. Kramers künstlerisches Oeuvre reicht von schnellen Zeichnungen in der U-Bahn über zarte Aquarelle bis zu kräftigen Ölbildern und Szenen in Keramik. Ihre Werke werden in Europa und Amerika ausgestellt. 2014 stirbt die leidenschaftliche Künstlerin und „Mutter der Kunsttherapie“ in Grundlsee.
KeraMIK im Kammerhofmuseum
Unter dem Titel „KeraMIK“ zeigt das Kammerhofmuseum Bad Aussee von 9. August bis 30. Oktober in einer Sonderausstellung Werke der Keramikerin Gertrude Mik. 1915 geboren, zog Mik als Jugendliche von Deutschland nach Bad Aussee. Zuerst als Kindergärtnerin tätig, entdeckt sie sehr bald ihre Leidenschaft für die Kunst und studiert Bildhauerei in Hallstatt. Mit 41 Jahren betreibt sie ein kleines Atelierhaus mitten in Bad Aussee, wo sie Töpferkurse gibt und ihre Werkstücke in den ihr so typischen Farben Kobaltblau und Gold glasiert. Mit Mitte 70 zieht sie sich zurück, siedelt nach Bad Mitterndorf und widmet sich vermehrt Sport und Pferden. Mit 87 Jahren verstirbt Mik. In der Region ist sie nachhaltig sichtbar: Ihre Spuren finden sich in und um das Ortszentrum von Bad Aussee – in Steinreliefs oder Mosaiken an ausgewählten Hausfassaden sowie in vielen kleinen Gegenständen in den lokalen Haushalten. Noch heute arbeiten zwei Künstlerinnen in Österreich mit ihren qualitativ hochwertigen „Gipsmodeln“. „Ihr gestalterisches Wirken ist dadurch fast zeitlos“, sagt Astrid Schoiswohl. Sie kuratiert die Sonderausstellung und ist Kustodin für Bildenden Künste im Kammerhofmuseum Bad Aussee.
Weitere Informationen unter:
www.kammerhofmuseum.at
www.kult-arge-grundlsee.at
